Land­ge­richt Bonn: Spam-Ordner müssen täglich kontrol­liert werden

Sie werden täglich mit unzäh­ligen Spam emails über­flutet und habe deshalb einen Spam-Filter eingerichtet?

Dann dürfte das folgende Urteil des Land­ge­richts Bonn für Sie inter­essant sein:
Ein Anwalt wurde vom Land­ge­richt Bonn (Akten­zeichen 15 O 189/​13) zu einer Zahlung von rund 90.000 Euro an eine Klägerin verurteilt.
Er hatte der Klägerin, die er 2011 in einem Rechts­streit vertrat, einen Vergleichs­vor­schlag der dama­ligen Gegen­seite verspätet zuge­stellt und berief sich darauf, das die entspre­chende Mail ihn nicht erreicht habe, da sie im Spam-Ordner gelandet sei.

Das Land­ge­richt begründete sein Urteil u.a. wie folgt:

Der Beklagte kann sich nicht damit entlasten, dass die Email vom 23.05.2011 angeblich nicht in seinem Email-Postfach einging, sondern durch den Spam-Filter aussor­tiert wurde. Der Beklagte hat die im Verkehr erfor­der­liche Sorgfalt nicht beachtet, weil er seinen Spam-Filter nicht täglich kontrol­liert hat. Die Email­adresse ####@##.## führt der Beklagte auf seinem Briefkopf auf und stellt sie dadurch als Kontakt­mög­lichkeit zur Verfügung. Es liegt im Verant­wor­tungs­be­reich des Beklagten, wenn er eine Email­adresse zum Empfang von Emails zur Verfügung stellt, dass ihn die ihm zuge­sandten Emails erreichen. Bei der Unter­haltung eines geschäft­lichen Email-Kontos mit akti­viertem Spam-Filter muss der Email-Konto­in­haber seinen Spam-Ordner täglich durch­sehen, um verse­hentlich als Werbung aussor­tierte Emails zurück zu holen.“

Ihren Spam-Ordner sollten Sie aller­dings auch ohne dieses Urteil täglich kontrol­lieren, denn es kann, z.B. durch falsche Server­kon­fi­gu­ration, immer passieren, dass wichtige Mails im Spam-Filter hängen bleiben.

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