Telekom kündigt Telefonanschlüsse wegen Umstellung auf IP-Technik

Was passiert mit meiner Telefonanlage?
Fragen und Antworten

Sind auch Sie betroffen und haben die Kündigung Ihres Telefon- und DSL-Anschlusses durch die Telekom erhalten? Oder haben Sie schon davon gehört und wissen nicht, ob es auch für Sie ein Thema ist?

Der rosa Riese möchte nämlich bis spätestens 2018 alle Anschlüsse auf IP-Technik umstellen.

Wir haben einige der meist gestellten Fragen gesammelt und für Sie beantwortet. Vorauszuschicken bleibt, dass die Aussagen der Telekom bisher relativ vage sind und sich deshalb Antworten auf Fragen vermutlich auch ändern können.

1. Warum will die Telekom meinen Anschluss kündigen?

Um europaweit mithalten zu können und auch in Deutschland gegenüber anderen Anbietern konkurrenzfähig bleiben zu können, soll das veraltete Netz der Telekom in naher Zukunft auf IP-Technik umgestellt werden. Die neue Technik erlaubt dann nur noch sogenannte All-IP-Anschlüsse oder synonym NGN-Anschlüsse.

2. Darf die Telekom das überhaupt?

Ja. Der mit der Telekom geschlossene Vertrag kann nach Ablauf der Mindestverrtagslaufzeit, das sind in der Regel zwei Jahre, nicht nur vom Kunden – also von Ihnen – sondern auch vom Anbieter – also der Telekom – gekündigt werden.
Deshalb erhalten Sie, um lange genug Zeit für eine Entscheidung zu haben, etwa drei Monate vor Ablauf Ihrer Mindestvertragslaufzeit Post von der Telekom.

3. Ich habe Post von der Telekom erhalten. Muss ich reagieren?

Wenn die Telekom Sie darauf aufmerksam gemacht hat, dass Ihr Anschluss gekündigt und abgeschaltet wird, sollten Sie unbedingt reagieren, damit Sie Ihre wertvolle Firmentelefonnummer behalten und außerdem in Ihrer Erreichbarkeit keine Lücke entsteht. Dennoch habe Sie Handlungsspielraum. Beachten Sie dazu den Punkt 4.

4. Welche Möglichkeiten habe ich?

a) Sie können bei der Telekom bleiben, schließen dann aber einen neuen Vertrag mit einer neuen Mindestlaufzeit ab.

b) Sie wechseln den Anbieter und haben auch hier einen neuen Vertrag mit einer neuen Mindestlaufzeit.

Unser Tipp: Vergleichen Sie in Ruhe die Leistungen der Telekom mit denen anderer Anbieter.

Anhaltspunkte zum Abwägen:

– Viele Rabatte gibt es nur in den ersten 6 Monaten oder im ersten Jahr. Rechnen Sie nach!

– Lassen Sie sich keine unnötigen Leistungen aufschwätzen. In einem Unternehmen brauchen Sie vermutlich keinen Zugriff auf Filme und Serien.

– Überprüfen Sie eventuelle Volumenbeschränkungen.

5. Ich habe noch keine Kündigung erhalten. Woher weiß ich, ob ich demnächst trotzdem betroffen bin?

Derzeit sind nur alte VDSL-Verträge in Kombination mit echtem Festnetzanschluss (analog oder ISDN) betroffen, deren Mindestvertragslaufzeit bereits abgelaufen ist oder demnächst ablaufen wird.

Da die Umstellung aber bis 2018 komplett erfolgt sein soll, versuchen Vertriebsmitarbeiter der Telekom jedoch jetzt schon, so viele Anschlüsse wie möglich auf die IP-Technik umzuswitchen.

Einzige Ausnahme sind bisher Kunden, die ausschließlich einen analogen Festnetzanschluss ohne DSL und weitere Services wie z.B. Hausnotruf, Kartenzahlung, etc. nutzen. Für diese Kunden wird sich nach derzeitigem Stand auf unbestimmte Zeit nichts ändern, da die technische Umstellung unbemerkt im Hintergrund erfolgt. Wie aber zu allen Fragen, sind die Auskünfte der Telekom hierzu sehr vage.

6. Habe ich durch die Umstellung Vorteile?

Es gibt zwei Möglichkeiten.

a) Die Telekom hat Ihnen verbindlich mitgeteilt, dass Ihr Anschluss gekündigt und abgeschaltet wird. Hier sollten Sie unbedingt reagieren, haben aber Handlungsspielraum und auch möglicherwiese Vorteile (siehe auch Punkt 4).

b) Sie haben ein unverbindliches Angebot erhalten oder sind von der Telekom auf anderem Wege, z.B. telefonisch, unverbindlich angehalten worden, auf einen All-IP-Anschluss umzustellen. In diesem Fall können Sie sich Zeit lassen mit der Prüfung aller Möglichkeiten (siehe Punkt 4) und brauchen sich nicht unter Druck setzen zu lassen.

Die Netzumstellung wird nicht aufzuhalten sein.

Vorteile der NGN-Anschlüsse sind beispielsweise, dass Sie über zwei Leitungen und mehrere MSNs = Rufnummern verfügen.

Zudem wird ein Wechsel in einen neun Tarif tendenziell eher günstiger. Bendenken Sie dabei allerdings, dass Sie sowohl bei der Telekom als auch bei einem anderen Anbieter eine neue Mindestlaufzeit haben.

Zudem steht Ihnen in einem schnelleren Netz auch eine größere Bandbreite zur Verfügung, die sich durch höhere Geschwindigkeiten im Datenverkehr bemerkbar macht.

Ein weiteres Stichwort ist HD-Telefonie. Mit den entsprechenden Endgeräten ist Telefonieren in High Definition Sprachqualität möglich. Ohne Rauschen, ohne Hall.

7. Was passiert mit meiner Telefonanlage?

Je nachdem, welche Telefonanlage Sie nutzen, benötigen Sie eventuell einen neuen Router.

Haben Sie mehr als einen ISDN-Anschluss wird es etwas schwieriger und Sie sollten gegebenenfalls die Vorteile einer neuen TK-Anlage nutzen.

Bei neueren Telefonanlagen ist zumeist ein Update möglich, indem eine Bugruppe ausgetauscht wird.

Nutzen Sie beispielsweise einen Hausnotruf oder sonstige wichtige Datenverbinungen, ist der Einsatz einer USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) sinnvoll, da Telefonie bei Stromausfall sonst nicht möglich wäre.

Fit für die Zukunft sind Sie in jedem Fall mit einer VoIP-Telefonanlage bzw. virtuellen Telefonanlage.

So oder so – die Netzumstellung wird kommen und mit ihr neue Möglichkeiten.

Haben Sie Fragen zu dem Themen IP-Telefonie, All-IP-Anschlüsse, virtuelle Telefonanlage, VoIP-Telefonanlage oder haben Sie ein Schreiben der Telekom erhalten?

Dann rufen Sie uns an, wir freuen uns auf Sie!

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