IT-Sicherheit – Der Ich-flieg-dich-einfach-mal-an-Virus

© Jürgen Fälchle – Fotolia​.com

Unge­betene Gäste kennt ja jeder, sei es die Schwie­ger­mutter, die Zeugen Jehovas, die neue Freundin des Sohnes, die einem Sonntag Mittag plötzlich im eigenen Bad mit dem eigenen Bade­mantel entge­gen­kommt oder gar die, die kommen, wenn man nicht da ist und auch gleich den Schmuck noch mitnehmen.

Kein Problem, denken Sie, die lass ich einfach gar nicht erst rein! Da haben Sie natürlich Recht, in meine Wohnung kommt auch nur jemand, wenn ich das möchte: Ich schließe immer ab, an den kriti­schen Stellen sind extra Riegel­schlösser und auch sonst habe ich genügend Vorsichts­maß­nahmen getroffen, damit unge­betene Gäste gar nicht rein kommen. Schließlich bin ich ein extrem sicher­heits­lie­bender Mensch.

Das macht sich auch auf meinem Rechner bemerkbar. Schließlich bin ich Computer- und Inter­net­junkie (ja, ich bekenne!) und das schon seit Jahren. Über einen Viren­scanner brauchen wir also gar nicht zu sprechen. Natürlich gibt es täglich ein Update, Mails mit Casino, Viagra, Pack­sta­tionen, gesperrten Konten, Singles aus meiner Nähe und tollen Verdienst­mög­lich­keiten mache ich gar nicht erst auf und Anhänge klicke ich schon gar nicht an. Selbst­ver­ständlich surfe ich nicht auf Seiten, die auf .ru oder .cc enden, meide Peer2Peer-Seiten plus deren Anwen­dungen, treibe mich ohnehin nicht in den dunklen Ecken des www, schon gar nicht im Darkweb, herum und halte mich computer- und inter­net­tech­nisch für bewandert bis gerissen, erfahren und vorsichtig. Weit gefehlt, wie mir in der letzten Woche schock­artig klar wurde, denn da hatte ich eine dunkle Stunde und plötzlich einen unge­be­tenen Besucher.

Das Unmög­liche war passiert: Ich. Mir. Einen. Virus. Gefangen. Und das Schlimmste: Einfach so! Keinen Anhang und keinen Link geklickt, keine dunkle Seite besucht, nicht im Casino gewesen, kein einma­liges Angebot ange­nommen, sondern einfach eine ganz stink­normale einfache Restau­rant­web­seite geöffnet und schwupps, ploppten die Fenster nur so auf. Vor lauter Schreck habe ich nur noch mit offenem Mund dage­sessen und gestaunt. Zum Glück war es nur eine Malware, die mich dazu animieren sollte, Geld auf ein Konto zu über­weisen, damit der vermeint­liche Virus beseitigt wird. Glück im Unglück! Schlimmer wäre ein Trojaner gewesen, der sofort nach Hause gefunkt hätte. Wenigstens hat meine weib­liche Geris­senheit immerhin noch dazu ausge­reicht, erst mal sofort (unnö­ti­ger­weise) die Inter­net­ver­bindung zu trennen, das Übel von dem Oberübel zu unter­scheiden und vor lauter Angst vor Daten­verlust nicht gleich ohnmächtig zu werden. Immerhin! Aber das sichere Gefühl, ein alter PC- und Inter­nethase zu sein, ist jetzt erst mal dahin.

Und wie ich aus der Nummer wieder raus­ge­kommen bin? Ich gebe es zu, ich hatte Glück: Ich arbeite da in so einer Firma, die sich mit solchen Fällen beschäftigt und habe super­nette Kollegen, die das Ganze für mich gerichtet haben!

Wollen Sie wissen, wie ich trotz aller Vorsichts­maß­nahmen zu dem Virus kam? Lesen Sie hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neueste Kommentare